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 Soll das Grundstück Waldstraße 3 bebaut werden oder nicht?

Ihre Meinung ist gefragt!

Wenn Sie über den Markt- und Parkplatz im Zentrum unserer Stadt in Richtung des Gebäudes der Verwaltung (Rathaus) und der Raiffeisenbank gehen, so fällt Ihr Blick auch auf den Bereich zwischen diesem Gebäude und dem Haus in der Waldstraße Nr. 5. Auf diesem Grundstück Waldstr. 3 befand sich früher eine alte Stadtvilla.

Das Grundstück Waldstr. 3 in einer Gesamtgröße von 484 qm, bebaut mit einer Stadtvilla, wurde im Jahre 2010 von der Stadt käuflich erworben. Das Gebäude wurde im Januar/Februar 2011 abgerissen, da das Gebäude sich – so damals die Verwaltung – in einem baufälligen Zustand (Schimmel, eine Decke eingebrochen) befand.

Aufgewendet wurden für den Erwerb des Grundstücks incl. Nebenkosten und Kosten des Abrisses rd. 111.200 €. Umgerechnet auf einen qm somit rd. 230 € pro qm.

Anmerkung: Der Bodenrichtwert betrug 2011 130 € / qm im Zentrum von Glücksburg.

Das Grundstück wird seitdem zum Teil als Parkplatz, zur Waldstraße hin jedoch als kleine Grünfläche genutzt.

Bereits im Jahr 2012 – nach dem Abbruch des Hauses - wurde in den städtischen Gremien darüber beraten, was mit diesem Grundstück geschehen soll.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten:

a) das Grundstück wird zum Zwecke der Arrondierung bebaut oder

b) das Grundstück bleibt weiterhin unbebaut

Eine Bebauung setzt den Verkauf des Grundstückes bzw. eines Teilgrundstückes oder die Einräumung eines Erbbaurechtes voraus und würde natürlich zu Einnahmen für die Stadt führen.

Wenn das Grundstück bebaut werden sollte, könnte das dann so ähnlich aussehen (Skizze aus 2012):

 

Vorstellbar wäre aber wie gesagt auch, dass das Grundstück unbebaut bleibt und so weiterhin den Blick auf den bewachsenen Schulberg frei lässt.

Eine einheitliche Auffassung der politischen Vertreter hinsichtlich der Frage Bebauung oder Nicht-Bebauung bestand 2012 nicht. Beschlossen von der Stadtvertretung wurde am 19.06.2012 dann bei 12 Ja-Stimmen, 3 Nein-Stimmen und 2 Stimmenenthaltungen, das besagte Grundstück für eine Bebauung freizugeben und im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrages Interessenten anzubieten.

Eine Umsetzung der Beschlüsse erfolgte in den folgenden Monaten nicht. Mitglieder der Stadtvertretung von B90/Die Grünen und LWL stellten dann in der Sitzung des Ausschusses für Tourismus, Bauwesen und Umwelt am 20.11.2013 den Antrag, dass der Ausschuss der Stadtvertretung empfehlen möge

a) den am 19.06.2012 gefassten Beschluss bezüglich Verwendung des Grundstückes „Waldstraße 3“ aufzuheben.

b) dass die Bürger/innen bei der Planung über die zukünftige Ausgestaltung des Grundstückes „Waldstraße 3“ mitbeteiligt werden.

Begründet wurde der Antrag auch damit, dass sowohl der Touristikverein Glücksburg e.V. als auch die LWL Umfragen durchgeführt hatten und übereinstimmendes Ergebnis war, dass sich die Mehrheit derjenigen Einwohnerinnen und Einwohner, die sich an den Umfragen beteiligten, gegen eine Bebauung des Grundstückes ausgesprochen hatten.

Dieser Antrag wurde bei 2 Ja - und 7 Nein-Stimmen abgelehnt.

Seitdem ruhte dieses Thema, es ist jetzt jedoch wieder aktuell geworden, da Interessenten an die Stadt herangetreten sind mit dem Wunsch, das besagte Grundstück für eine Bebauung zu erwerben.

Lt. Vorlage der Verwaltung (Bgm) vom 18.10.2016 könnten 293 qm im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrages zum Zwecke einer Bebauung abgegeben werden.

Im Rahmen der Sitzung des Finanz- und Hauptausschusses am 01.11.2016 war vom Stadtvertreter Burkhard Repenning (LWL) mit Unterstützung der Mitglieder der Grünen vorgeschlagen worden, eine sog. „konsultative Befragung der Einwohnerinnen und Einwohner“ gem. § 16 c Abs. 3 GO betreffend die Frage, ob das Grundstück Waldstr. 3 zum Zwecke der Bebauung abgegeben werden soll, durchzuführen.

Dieser Vorschlag wurde von CDU, SPD und SSW abgelehnt.

Die Bürgermeisterin hat nun den Auftrag, eine öffentliche Ausschreibung durchzuführen, das Grundstück also im Rahmen des Abschlusses eines Erbbaurechtsvertrages öffentlich anzubieten.

Nachdem das Grundstück seit 2011 unbebaut geblieben ist, teilweise als Parkplatzflächen und zum Teil zur Waldstraße hin als Grünfläche genutzt wird, hat sich nach unserer Auffassung diese Nutzung grundsätzlich als optisch gefällig und sinnvoll erwiesen.

Fraglich ist sicherlich auch, ob überhaupt ein Bedarf für ein weiteres gewerblich genutztes Gebäude besteht, wobei auf die Freistände gewerblich nutzbarer Gebäude bzw. Räumlichkeiten insbesondere in der Schlossallee aber auch darauf, dass das Gebäude des ehemaligen Sky-Marktes nicht wieder einer gewerblichen Nutzung zugeführt werden konnte, hingewiesen wird.

Dass das Grundstück Waldstraße 3 für ein Gewerbe eine bessere Lage ist als die Räumlichkeiten in der Schlossallee, ist sicherlich unstrittig. Die Gesamtsituation betrachtend ist dieses unserer Meinung nach jedoch von untergeordneter Bedeutung.

Es stellt sich zwangsläufig die Frage, welche Erträge die Stadt aus einem Erbbaurechtsvertrag erzielen könnte.

Der Bodenrichtwert gem. Bodenrichtwerttabelle zum 31.12.2014 war 140 € pro qm für Grundstücke im Zentrum von Glücksburg. Die Grundstücksfläche, die abgegeben werden könnte, beläuft sich lt. Verwaltung auf 293 qm. Dieses berücksichtigend könnte sich ein Grundstückswert von 41.020 € (bei 140 € pro qm) ergeben, vielleicht 43.950 € bei 150 € pro qm.

Der Erbbauzins errechnet sich prozentual zum Grundstückswert (abhängig von Lage und Möglichkeiten der Nutzung des Grundstücks) und ist grundsätzlich frei vereinbar, wiederum aber abhängig vom merkantilen Nutzen des Grundstücks für den Erbbauberechtigten und der Laufzeit des Erbbaurechts.

Wird ein Zinssatz von 7 % zugrunde gelegt, könnte eine Einnahme von rd. 3.000 € p. a. erzielt werden (293 qm x 150 €/qm x 7 % = 3.076,50 €).

Die möglicher Weise zu erzielenden Einnahmen aus dem Abschluss eines Erbbaurechtsvertrags könnten also nur einen geringen Beitrag zur HH- Konsolidierung leisten, eine Abgabe des Grundstücks zum Zwecke der Bebauung würde jedoch eine Entscheidung „für die Ewigkeit“ bedeuten.

Da es auch nicht eilig ist, es sich aber um eine das Stadtbild mitprägende Entscheidung handelt, so sollte sich die Zeit genommen werden, die Wünsche der Einwohnerinnen und Einwohner betreffend die zukünftige Nutzung des besagten Grundstücks zu erforschen. Wir – LWL und B90/Die Grünen – wollen das, auch wenn CDU, SPD und SSW das nicht als notwendig ansehen.

Ausgehend von diesen Überlegungen, den Ergebnissen der 2012 durchgeführten Umfragen von LWL und dem Touristikverein und weiteren in der letzten Zeit aus der Einwohnerschaft heraus gemachten Äußerungen sowie in der Hoffnung, dass in dieser Angelegenheit noch nicht das letzte Wort gesprochen worden ist, führen wir nun in Abstimmung mit den Mitgliedern von B90/Die Grünen selber eine neue Umfrage durch und bitten Sie um Ihre Teilnahme.

Teilen Sie uns doch per E-Mail

LWL.gluecksburg@versanet.de oder b.repenning@versanet.de

oder auch per Brief an

Burkhard Repenning, Rudekamp 33, 24960 Glücksburg (Ostsee)

mit, wofür Sie sich aussprechen: Für eine Bebauung des Grundstückes Waldstr. 3 oder dafür, dass dieses Grundstück weiterhin unbebaut bleibt und ggf., wie es genutzt werden könnte.